February 17, 2026 3 sources

Bayer einigt sich auf 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich in Glyphosat-Rechtsstreit

Pharmakonzern beilegt US-Klagen zum Unkrautvernichter Roundup über 21 Jahre hinweg

Situation

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sich in einem der größten Rechtsstreitigkeiten seiner Geschichte auf einen Sammelvergleich zur Beilegung von Glyphosat-Klagen in den USA geeinigt. Die US-Tochter Monsanto wird bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über maximal 21 Jahre zahlen. Diese Summe ist Teil einer Gesamtabwicklung aller Glyphosat-Vergleiche, die laut Bloomberg-Berichten etwa 10,5 Milliarden Dollar umfasst.

Die Klagen gehen auf Krebserkrankungen zurück, die Kläger dem Wirkstoff Glyphosat – dem Hauptbestandteil des Unkrautvernichters Roundup – zuordnen. Die WHO stuft Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" ein, während Bayer die Vorwürfe bestreitet und weiterhin auf die Sicherheit des Produkts vertraut. Der Vergleich bedarf noch der Genehmigung durch das Gericht in St. Louis.

Key Developments

  • Sammelvergleich von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über 21 Jahre vereinbart
  • Gesamtrückstellungen für Rechtsstreitigkeiten steigen von 7,8 auf 11,8 Milliarden Euro
  • Bayer betont: Vergleich stellt kein Schuldeingeständnis dar
  • WHO-Einstufung von Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" bleibt kontrovers
  • Gerichtsgenehmigung in St. Louis noch ausstehend

Business Implications

Der Vergleich verschafft Bayer erhebliche Planungssicherheit und beendet zehntausende anhängiger sowie möglicher künftiger Klagen auf einen Schlag. Allerdings führt die Vereinbarung zu deutlich höheren Rückstellungen im Konzern. Mit Zahlungen über 21 Jahre kann Bayer die finanzielle Belastung zwar verteilen, doch die Gesamtbelastung aller Glyphosat-Vergleiche von etwa 10,5 Milliarden Dollar wird die Profitabilität beeinflussen. Positiv zu vermerken: Die Aktie reagierte auf die Nachricht mit Kursgewinnen, da Investoren die Rechtssicherheit höher bewerten als die Zahlungsverpflichtungen.

What to Watch

  • Genehmigung des Vergleichs durch das Gericht in St. Louis – ohne diese ist die Vereinbarung nicht bindend
  • Überprüfung durch den Obersten US-Gerichtshof zur Sicherheit von Glyphosat, auf die Bayer hofft
  • Auswirkungen auf die Glyphosat-Regulierung in anderen Ländern, insbesondere in der EU

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